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Knie: Beinachse – Bein­achsen­korrektur

beinachsenkorrektur

Ausgeprägte X- und O-Beine können Abnutzungen, Schmerzen und Funktionseinschränkungen der Kniegelenke verursachen.
Eine annähernd gerade Beinachse ist Voraussetzung für eine harmonische Kräfteverteilung zwischen innerem und äußerem Anteil des Kniegelenkes. X- und O- Bein Fehlstellungen können daher Abnutzungen, Schmerzen und Funktionseinschränkungen verursachen.

Bedeutung der Beinachse

Schon beim Stehen und Gehen, insbesondere aber bei sportlicher Aktivität wirken starke Kräfte auf den Knorpel des Kniegelenkes ein. Im Normalfall besteht eine harmonische Verteilung des Druckes auf den inneren und äußeren Anteil des Kniegelenkes. Voraussetzung hierfür ist, dass die Beinachse annähernd neutral ist.

Achsenfehlstellung und Folgen

Beinachsenfehlstellungen, also O-Beine bzw. X-Beine können angeboren sein, aus Knochenbrüchen resultieren, oder aufgrund von Knorpelabnutzung z.B. nach Meniskusriss auftreten.
In diesen Fällen kann es durch ungleichmäßige Lastverteilung zwischen innerem und äußerem Gelenksanteil zur Überbelastung und in weiterer Folge zu Verschleißerscheinungen an Knorpel- und Meniskusgewebe kommen. Es resultieren typischer Weise eine eingeschränkte Belastbarkeit und Schmerzen des Kniegelenkes. Schreitet die Abnutzung und Fehlstellung weiter fort kommt es allmählich auch zu Überdehnungen der Seitenbänder der Gegenseite mit entsprechender Schmerzsymptomatik auch in diesem Bereich sowie zuzunehmender Instabilität.

Chirurgische Behandlung der Achsfehlstellung

Insbesondere bei jungen und sportlich aktiven Patienten kann es im Falle einer symptomatischen Achsfehlstellung notwendig sein, durch eine Korrektur der Beinachse (Umstellungsoperation) die Belastbarkeit des Kniegelenkes wieder zu verbessern und die Lastverteilung im Kniegelenk zu harmonisieren. Im Falle einer bereits bestehenden Arthrose des inneren oder äußeren Knieanteiles kann so oft ein künstlicher Gelenksersatz verhindert bzw. über viele Jahre hinausgezögert und so das eigene Kniegelenk erhalten werden.
Je nach Lokalisation der Fehlstellung kann die Korrektur an Oberschenkel, Unterschenkel, oder – in Einzelfällen – auch an beiden Knochen durchgeführt werden. Ausschlaggebend für die Wahl der Operationsmethode ist die sorgfältige Planung der Operation mit spezialisierter Planungssoftware. Grundsätzlich kann die Operation durch Aufklappen (öffnende Technik) oder Zuklappen nach Keilentnahme (schließende Technik) durchgeführt werden. Ziel ist die Begradigung des Beines oder, bei bereits bestehenden Abnutzungen, die leichte Überkorrektur zur Entlastung des abgenutzten Gelenksanteiles. Im Rahmen einer geplanten Umstellungsosteotomie sollte unbedingt zuerst eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) erfolgen. Hierbei werden gegebenenfalls notwendige Begleiteingriffe (z. B. Knorpeleingriff, Meniskusoperation, Kreuzbandplastik) minimalinvasiv durchgeführt und damit sichergestellt, dass der durch die Achskorrektur in Folge stärker belastete Gelenksanteil tatsächlich unbeschadet ist und einer gesteigerten Belastung nach einer Beinachsenkorrektur auch standhalten kann. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss von einer Umstellungsosteotomie Abstand genommen werden.

Die Stabilisierung des durchtrennten Knochens erfolgt, nach intraoperativer Überprüfung der neuen Beinachse, mit modernen, winkelstabilen Platten und Schrauben. Diese Implantate können im Fall einer mechanischen Irritation des umgebenden Gewebes nach erfolgter Knochenheilung wieder entfernt werden.

OA Dr. Florian Kissler ist Ihr Experte für minimalinvasive Beinachsenkorrekturen in Wien. Er führt Umstellungsosteotomien an Oberschenkel und Unterschenkel in hohen Fallzahlen im Orthopädischen Spital Wien Speising durch.

Nachbehandlung der Beinachsenkorrektur

In der Regel könne Patienten drei bis fünf Tage nach der Umstellungsoperation das Krankenhaus wieder verlassen. Eine Teilbelastung des operierten Beines unter Zuhilfenahme von Unterarmstützkrücken ist, abhängig von den Röntgenverlaufskontrollen, für etwa sechs
Wochen notwendig. Danach beginnt der progressive Aufbau von Kraft und Sensomotorik. Physiotherapie mit einem diesbezüglich erfahrenen Therapeuten ist in dieser Phase unverzichtbar. Unsere Physiotherapeuten des medzentrum23 Wien stehen Ihnen dabei gerne zur Verfügung.
Üblicher Weise kann mit leichten sportlichen Aktivitäten wie therapeutischem Fahrradfahren oder Schwimmen nach etwa 12 Wochen, mit Joggen oder intensivem Fahrradfahren nach 3 Monaten wieder begonnen werden. „Stop & Go“ oder Kontaktsportarten sollten frühestens sechs Monate nach einer Beinachsenkorrektur wieder durchgeführt werden.